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Der siebte Streich

Oktober 18, 2016

Bereits 12 Tage vor dem Renntag flog ich nach Kailua Kona HI, das sollte mir die nötige Ruhe und Akklimatisierung verschaffen. Müde, aber glücklich begrüsste ich Regina Sauerland, die mich mit dem traditionellen LEI empfing.

Auch Bekannte aus 2014 reisten an diesem Abend an und so fuhren wir zu 7 zum Safeway für die ersten Einkäufe. Da Ralf und Martin schon dort ans Bier dachten, kaufte auch ich Wasser (!!!), Toast, Marmelade, Hüttenkäse und einen Träger Longboard.

Lustig war später im Auto, dass die Jungs (plus Maria) so oft von dem Bier redeten, dass sie genau nur Bier kauften – kein Wasser ;)).

Mein schönes 4-er Eck-Appartement hatte ich nun bis Freitagnacht für mich allein!

Am nächsten Morgen ging es wie danach jeden Tag zum Pier in Kailua Kona, dort waren die Athleten noch recht übersichtlich in der Anzahl. In den kommenden Tagen machte ich immer ein bis zwei Trainings am Tag (meist 40′ Schwimmen und 40-60′ Laufen oder Rad).

Die zwei Radeinheiten teilten quasi die Wettkampfstrecke, zuerst 1.5 h nach Hawi und zurück nach Waikoloa, wo das Auto und lecker Kaffee wartete, später dann von Kona aus bis Waikoloa (ohne Kaffee zurück). Freitagnacht kamen die Jungs-spät-2 Uhr oder so. Es wurde eine prima WG. Dienstag dann der berühmte Testlauf im natural energy lab, ich fühlte mich gut.

Allmählich spürte ich auch morgens am Pier die „Unruhe“ je näher der Wettkampf rückte, aber es machte Spass und nach zwei Tagen Ruhe mit etwas Yoga (Sonntag und Donnerstag) war ich parat. Die Termine (Registrierung, WK Besprechung, Erdinger Party und last but not least Checkin sorgten für die nötige Spannung.

Jens kam am Donnerstagabend an und ich hatte noch für ihn gekocht, da das Essen im Flieger ja fast ausfällt.

Am Samstag war es so weit: RACE DAY

 

Beim Schwimmen klappte es gut, ich fand auch irgendwann einen Fuss und konnte mich bis zur Wende super orientieren, dann wurde es durch Licht, Strömung und die Männer (starteten 15 min vor uns) schwieriger, aber ich blieb auf meinem Kurs. Die letzten 500m machte ich etwas Tempo, zuvor eher lockeres obereres GA 1 geschwommen, will ja nicht komatös aufs Rad.

Meine Beine waren super und ich fuhr die ersten 60km recht ordentlich und mit guter Frequenz. Dann kam der Wind, nicht so arg wie vor zwei Jahren, aber dennoch. In Hawi freute ich mich auf die Abfahrt und machte viele Plätze gut, indem ich nur mit Druck fuhr. Leider war es durch den späten Start sehr windig auf den letzten 80km, da merkte ich schön die Beine und dachte, oh oh, wieder nicht genug trainiert, naja muss ich durch.

Beim Wechsel auf die Laufstrecke nahm ich mir Zeit im Zelt, um die Zehen gut einzusalben, das half auch tatsächlich auf der Strecke. Die Waden waren extrem fest und wie in den letzten Monaten taten sie bei jedem Schritt weh (unglaublich hohe Spannung drauf). Auch die blackroll schien nicht gebracht zu haben. Ok, ich lief tapfer aber langsam die ersten 10km, wohlwissend, dass ich erst auf der 2. Hälfte „rund“ laufen konnte. Jens hatte mir zugerufen, dass ich auf dem 3. Platz lag und 30″ hinter der 2., 11 min aber auf die 1. Frau der AK 50.

Auf der Palani Road zog ich mich locker hoch, dann ging es endlich auf den Highway 19. Die Schritte wurden schneller und ich lief sehr locker, erhöhte das Tempo mehr und mehr. Regina und Marc hatten Freude daran. Runter ins Energy Lab taten die Oberschenkel vom Rad noch weh, aber ich dachte nur an den Rückweg und dort dann an die letzten 12 km, die ich immer (wirklich) schnell rennen konnte. Die erste Frau hatte ich wohl gesehen, aber nicht realisiert, wollte nur den 2. Platz halten und Vorsprung ausbauen.

So kam ich mit nur 6′ Rückstand als 2. ins Ziel, etwas lädiert, da ich mich oben bei km 40 (wo Hannes Alarm macht) durch Unkonzentriertheit der vielen Leute wegen, hingelegt hatte. Zwar nur Schürwunden an Knie und Ellenbogen, aber ich war würde auf meine Dummheit und rannte mit Vollgas runter und den Kuakini HW entlang bis zum Ziel. Da guckte ich nicht, ob von hinten jemand das Finish „versauen“ könnte, aber ich hatte freie Bahn. Es war mit kleinem Abstand das grösste Rennen, fast das Beste vom Gefühl her. Das Beste muss ich dann in zwei Jahren zeigen, um endlich die Krone zu erlangen ;)….aber zunächst feierten wir (Jens, Regina, Peter, Marc, Ines,..) an der Fisher Line die letzte Stunde vor Mitternacht.

Bei der Siegerehrung habe ich mich extrem gefreut, nun auch Vize-Weltmeisterin zu sein. Jedes Mal einen Platz höher, das konnte ich richtig geniessen.

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MAHALO an alle, die mich auf dem Weg dorthin begleitet haben: Trainer Joseph Spindler, Carmen beim Radfahren, Jens, der mich endlich begleiten konnte und alle anderen lieben Freunde und Freundinnen, die mir zugehört haben in den letzten Monaten ;))

Mein nächstes Ziel steht fest, ich bin ab November selbständig als Trainerin und freue mich auf Kunden im Bereich Schwimmen, Triathlon, Laufen, Yoga und andere schöne Dinge (Stabi, Gymnastik, Ernährung uva).

Schreibt mich gern für Pläne an oder auch sonst einzelne Trainings! Bis bald

ALOHA Iris

 

 

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